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Podcast / conversationAl Dente Entertainment· 19 juin 2025 61 minComplaisantPortrait personnelÉconomie & entreprisesNumériqueSolidarités & famille

Schicksalsschlag auf der Erfolgsspur – André Soulier in "Lebenslauf Unzensiert" – TEIL 2

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Chapitres

Répartition du ton (temps de parole politique)

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Affirmations vérifiables (citations exactes)

  • 1:57InvitéFait
    « Und da habe ich NAYOKI gegründet und habe dann irgendwann im August 2004 NAYOKI gegründet. »
  • 2:52InvitéFait
    « Und so habe ich 2004 mit einem Geschäftspartner damals und zwei Mitarbeitern, die wir eingestellt haben, ich hatte ja die finanziellen Mittel und habe gesagt, ich finanziere das. »
  • 4:04InvitéFait
    « Und dann kam Bertelsmann auf mich zu und sagte, ja, das Thema Lead-Generation ist auch für uns super spannend. »
  • 5:13InvitéFait
    « Ich habe dann erstmal, ich meine, es war eine tolle Erfahrung. Ich durfte an die Avato verkaufen, das ist richtig. »
  • 5:30InvitéFait
    « Ich war dann, ich habe erst meine ersten, die ersten Anteile verkauft, bin dann als Geschäftsführer dabei geblieben. »
  • 6:01InvitéFait
    « Und habe dann 2014 ein MBO gemacht, das ist richtig. »
  • 9:29InvitéChiffre
    « Also Adfame ist tatsächlich über die letzten Jahre, was auch wirklich der Fall ist, ist wirklich sehr stark gewachsen, weil das Thema Influencer-Marketing ja immer wichtiger geworden ist. »
  • 10:32InvitéChiffre
    « Adfame selbst als Unternehmen hat heute fast 60 Mitarbeiter und macht einen Umsatz und darüber kann man auch sprechen von 80 Millionen. »
  • 25:06InvitéFait
    « Er hatte ein Lipoplastom. Was ist das? Das ist ein Tumor, was auf der Lunge diagnostiziert wurde ursprünglich. »
  • 27:03InvitéFait
    « Er ist leider Gottes im Jahr 2019 gestorben. »
  • 41:13InvitéFait
    « Und das hieß dann Najoki Media Plus. Also das hat meinen Namen getragen und zur Hälfte dann auch den Namen der Serviceplan-Gruppe, also der größten Einer der Serviceplan-Gruppe der Media Plus. »
  • 46:13InvitéFait
    « Ihr kriegt ein Budget, dann überlegt ihr euch natürlich auch Kampagnen »
  • 48:31InvitéFait
    « Ich hatte ja auch eingangs mal kurz erläutert, dass ich, dass mein Traum immer war, Sportmanagement zu machen und Jerry Maguire zu werden. »
  • 49:00InvitéFait
    « Und irgendwann gab es in Deutschland mal diese legendäre Streichholz-Affäre bei einem Davis-Cup-Spiel, als Tommy Haas als Deutschland, Frankreich, als Spanien geschlagen hat, sehr überraschend, 3-2 in Frankfurt, stand nach 3-0, nach Doppeln und keiner der Profis wollte sonntags mehr spielen. »
  • 50:01InvitéFait
    « Und dann habe ich dummerweise Olympia mit einem Video abgesagt, was nach einem Finalspiel in Kitzbühel von mir irgendwo auf dem Parkplatz aufgenommen wurde. »
  • 51:02InvitéFait
    « Und den habe ich dann 2012, 2011 kennengelernt und mehr oder weniger haben wir uns extrem gut befreundet. »
  • 53:16InvitéFait
    « Sport ist so ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ob das jetzt, ich musste ja im College Matches gewinnen, um dann im nächsten Jahr weiter studieren zu können. »
  • 53:44InvitéChiffre
    « Wenn du mal guckst und Philipp Kohlschreiber hat 490 Matches in seinem Leben auf der Tour gewonnen, hat er aber wahrscheinlich eh nicht viele verloren. »
  • 55:25InvitéFait
    « Da habe ich ja schon zehn Jahre fast dort gelebt und ich bin dann 2004, ich bin doch nicht ganz rüber, sondern fast. »
  • 55:41InvitéFait
    « Das war für mich ein klarer Täuschungskrieg, habe ich mich zu der Zeit gefragt, ob das noch mein Amerika ist, weil ich bin und war damals und bin es heute immer noch überzeugter Pazifist »
  • 56:32InvitéFait
    « Und ich glaube, auch wenn wir heute mit der jetzigen amerikanischen Regierung und ich glaube, da spreche ich auch für jeden, nicht auf einer Linie sind und das auch alle nicht gut heißen oder alle Europäer nicht gut heißen, was da passiert und wie mit Menschen umgegangen wird »
  • 58:11InvitéFait
    « Und für mich ist das Ziel, sicherlich beruflich, auch meine Agentur so weiterzuentwickeln, wie ich es nach dem Tod meines Sohnes tun konnte. »
  • 58:37InvitéChiffre
    « Als Agenturgruppe haben extrem viel aufgebaut und ich möchte einfach weitere tolle Menschen, wir haben heute zehn Geschäftsführer, mehrere Firmen, ich möchte weitere Firmen in diese Gruppe aufnehmen »

Temps de parole

  • Invité86 %
  • Invité 213 %

1,6 interruption / 10 min (chevauchements et interjections détectés).

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0:00
Invité

C'est Al Dente Entertainment. Diesmal André Soullier, Teil 2.

0:36
Présentateur

Bilder und Videos zur Folge findet ihr in unserem Episodenpost auf Instagram unter al dente Entertainment.

0:44
Invité

Und jetzt geht's los.

0:47
Présentateur

Dies ist der zweite Teil von Lebenslauf unzensiert mit André Soullier. Im ersten Teil erzählte uns Deutschlands erfolgreichster Performance-Marketing-Pionier davon, wie er über seine Tennis-Skills den Sprung über den großen Teich und damit von seiner Kindheit in einem beschaulichen badischen Dorf in die wilde Großstadt Miami schaffte. Wenn ihr diese Folge verpasst habt, hört sie unbedingt nach. Überall dort, wo es Podcasts gibt und natürlich auch auf YouTube. Und jetzt viel Spaß mit Teil 2.

1:18
Invité

Ich habe meine Firma verkauft, ich wollte ein Jahr zurückkommen. Habe dann viel über Online-Marketing hier in Deutschland gesprochen, fand es auch ganz nett, dass ich wieder zu Hause war, weil nach 10 Jahren Amerika, du willst dich auch, ich habe ja immer noch diese regionale Nähe zu Karlsruhe, zu Deutschland. Ich fand es immer gut, habe mich immer sehr wohl hier gefühlt und ich wollte nie mit Deutschland irgendwie abbrechen, sondern wollte auch immer wieder zurück. Und ich fand es eine tolle Gelegenheit, dann hier beim Abendessen eine Firma in Deutschland zu gründen und dann wieder nach Amerika zu gehen und habe gedacht, toll, da habe ich ja eine super Chance, in beiden Welten zu leben.

Ja, das war so meine Kernidee 2004. Und da habe ich NAYOKI gegründet und habe dann irgendwann im August 2004 NAYOKI gegründet. Was heißt NAYOKI? Wie kommst du auf den Namen? Ich wollte nicht League Creations GmbH und NAYOKI bedeutet, wir verstehen sie in Kirundi, ist eine afrikanische Sprache. Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie nennen wir die Firma und so kamen wir auf den Begriff NAYOKI. Und die Idee, dass wir verstehen sie es, was ich ja monatelang erfahren durfte, dass Leute nicht verstanden haben, was Online-Marketing ist und wie es funktioniert und wie man es einsetzen muss. Und das zu erläutern, zu erklären, das war eigentlich der Kerngedanke NAYOKIs.

Und es ist witzigerweise bis heute, dass wir versuchen zu verstehen, was unsere Kunden wirklich wollen. Welche Umsätze, welche Ziele, also auch das typische Performance-Marketing, wir verstehen sie. Und das war eigentlich die Intention. Und so habe ich 2004 mit einem Geschäftspartner damals und zwei Mitarbeitern, die wir eingestellt haben, ich hatte ja die finanziellen Mittel und habe gesagt, ich finanziere das. Habe ich NAYOKI gegründet, habe ein Office hier in München aufgemacht und bin erstmal wieder nach Amerika zurückgegangen. Und habe gedacht, das wird jetzt schon laufen. Ich gebe denen so ein bisschen das Mittel mit. Bist du wieder nach Miami gegangen?

Und bin wieder nach Miami gegangen und habe gedacht, okay, ich lasse es laufen. Und habe natürlich von Miami aus dann mit Deutschland telefoniert, mit meinen Geschäftspartnern hier in München. Und habe natürlich festgestellt, da bin ich gerade 30 geworden in der Zeit. Oh wow, das war vielleicht ein bisschen naiv. Weil du kannst nicht einfach aus Amerika raus so eine Firma in Deutschland laufen lassen und erzählst denen vielleicht mal ein, zwei Tage, wie das funktioniert und dann kriegen die das hin. Sondern du solltest halt vor Ort sein. Und dann habe ich meine Koffer gepackt, bin aus Miami zurück, bin nach München gezogen. Habe gedacht, naja gut, das bleibt mal ein halbes Jahr in München.

Ich helfe denen, das aufzubauen, das groß zu machen. Erzählst denen ein bisschen was von Sales, von Philosophie. Und dann gehst du wieder zurück. Ich bin da nicht ein halbes Jahr geblieben, sondern erstmal war ich anderthalb Jahre hier. Und dann kam Bertelsmann auf mich zu und sagte, ja, das Thema Lead-Generation ist auch für uns super spannend. Das finden wir eigentlich ganz toll, was ihr da macht. Und wir haben jetzt bei, wir hatten so Kunden wie Samsung und auch größere Versicherungsunternehmen. Und dann haben die halt gesagt, okay, wir haben ein Interesse, euch vielleicht zu kaufen.

Und dann war ich auf der einen Seite super happy, aber auf der anderen Seite auch, war mir relativ klar, wenn mich jetzt ein Bertelsmann vielleicht kaufen will, weil der Prozess ging ja da noch ein bisschen länger, dann kann ich erstmal nicht nach Miami zurück. Und da habe ich mich halt entschieden, meine Zelte in Miami ganz abzubrechen. Ich hatte ja bis zu dem Zeitpunkt noch eine Wohnung, die wollte ich gar nicht aufgeben und bin dann fest nach München gezogen. Und habe dann Ayoki weitergeführt. Und jetzt beschleunige ich das Ganze. Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Zunächst bei Avato, also das ist so der Branch von Bertelsmann, der für den ganzen digitalen Bereich zuständig ist, richtig?

Und dadurch hat sich das entwickelt, aber irgendwann hast du gesagt, jetzt will ich es wieder zurück haben. Genau, also ich habe dann erstmal, ich meine, es war eine tolle Erfahrung. Ich durfte an die Avato verkaufen, das ist richtig. Ein Dienstleister, den niemand kennt, erstmal vom Namen, aber der einer der größten Business Process Outsourcing Firmen global ist. Ein wirklich tolles Unternehmen. Ein Riesenehre für mich damals an die zu verkaufen. Ich war dann, ich habe erst meine ersten, die ersten Anteile verkauft, bin dann als Geschäftsführer dabei geblieben. Das war der große Unterschied zu meinem ersten Verkauf. Das war die Bedingung wahrscheinlich auch.

Das war die Bedingung, da bin ich ja mit dem Exit quasi rausgegangen. Und bei Bertelsmann bin ich mit dem Exit quasi drin geblieben und war dann insgesamt fast sieben Jahre lang Geschäftsführer innerhalb der Bertelsmann-Gruppe, hauptsächlich Avato und auch hauptsächlich für das ganze Thema Digitalmarketing verantwortlich. Auch für mehrere Firmen später dann. Und habe dann 2014 ein MBO gemacht, das ist richtig. Und habe mich dann entschieden, dank der Hilfe auch das… Management Buyout, du hast es zurückgekauft. Genau, Management Buyout, so ist es.

Und habe das Unternehmen zurückgekauft, auch mit der Hilfe des Vorstands von Bertelsmann, die mich damals unterstützt haben, weil die auch einfach festgestellt haben, okay, das Thema Agency, so wie wir das leben, ist für einen großen Konzern wie Bertelsmann dann vielleicht doch nicht der richtige Schritt. Und so konnte ich auch das Unternehmen zurückkaufen. Und auch hier nochmal kurz beschleunigt, wie ging es dann weiter und da kamen ja gleich noch neue Ideen dazu. Genau, und dann hat es natürlich angefangen, 2014 war das, war eine super spannende Zeit für mich, weil, wie gesagt, auf einmal war ich wieder Unternehmer.

Ja, ich habe dann erst mal sieben Jahre mehr oder weniger als Angestellter habe ich agiert und das ist natürlich auch für jemanden, der dieses Unternehmertum, so wie ich in Amerika und diese Freiheit, von der ich auch berichtet habe, leben und lernen und lieben durfte, ist natürlich auf einmal stehe ich so wieder mit 2014 da und darf es wieder selbst gestalten. Und das war natürlich toll. Und es war auch zu einer Zeit, wo ich realisiert habe, okay, da passiert jetzt extrem viel. Social Media kam gerade, Facebook war neu auf dem Markt seit 2010. Also du darfst ja nicht vergessen, das Spannende am Digitalmarketing, wir haben damals darüber geredet, what's the next big thing?

Wir haben uns ja nur damit beschäftigt, was kommt als nächstes? Ich durfte mich immer wieder mit neuen Themen beschäftigen. Also was kommt raus, was macht Sinn, was macht keinen Sinn? Und wir mussten natürlich immer aus der Kundenbrille denken. Also was sehen die Kunden, was ist für die wirksam, was ist nicht wirksam? Ich habe so einen kleinen Abstecher an die Sportvermarktung gemacht und so kamen wir auf den Punkt, dass Sportler sich nicht mehr so vermarkten können, wie das früher mal der Fall war, über Sponsorships an Ärmeln, an Hosen, an, sondern die... Die müssen neue Wege finden. Und neue Wege zum Beispiel sind soziale Medien.

Die Olli Kahn's dieser Welt und die Schweinsteigers und die Götze, die wollen Millionen für, keine Ahnung, 500.000 Facebook-Follower. Die Kunden wollen aber Reichweite haben, wollen aber viel weniger bezahlen. Das heißt, wir müssen irgendetwas entwickeln, was beide Seiten zusammenbringt und das war eine Influencer-Agentur. Und so haben wir 2015 eine der ersten wirklichen Agenturen für das Thema Influencer-Marketing, quasi mit einem Freund zusammen, haben wir entwickelt. Also Adfame, füge Ruhm hinzu.

Und die haben wir dann 2015 quasi aufgebaut und haben natürlich super viel experimentiert, weil damals gab es ja auch die klassischen Influencer, so wie sie heute da sind, gab es ja noch gar nicht. Also die Reichweiten waren ja nicht da. Es waren wenige, die hatten hunderttausende, paar Followers. Es waren anfangs Stars und nicht wirklich die klassischen Influencer, so wie wir die heute... Schauspieler waren das ja eher so die großen... Es waren Schauspieler, es waren Sportler, es war... Und so mit denen haben wir angefangen. Und auch Sportler wurden dann Influencer. Und heute sind es quasi von Mikro über Micro, über alles, was da ist.

Und es ist natürlich schon ein super spannender Markt geworden. Adfame heißt deine Influencer-Agentur. Ihr habt dann damit begonnen und habt euch entwickelt. Wie groß seid ihr mittlerweile und wie viele Menschen betreut ihr? Was für KPIs erzielt ihr denn? Also Adfame ist tatsächlich über die letzten Jahre, was auch wirklich der Fall ist, ist wirklich sehr stark gewachsen, weil das Thema Influencer-Marketing ja immer wichtiger geworden ist. Auch die letzten Jahre und auch Influencer selbst als Disziplin immer mehr Akzeptanz bekommen hat. Das muss man ja auch mal ganz ehrlich sagen.

Zu der Zeit, wo wir angefangen haben, 2015, war das Thema ja noch hochkritisch und wir haben oft darüber gesprochen, ist es überhaupt etwas, was bleibt, was geht, was kommt. Ich glaube, heute ist es ein extrem fester Bestandteil. Ja, auch generell für uns alle. Ja, wir Menschen beschäftigen uns immer mehr mit Influencern und viele von uns, egal wie alt wir sind, folgen auch Influencern. So, das ist mal Thema Nummer eins. Und dadurch konnte natürlich auch Adfame wachsen. Und die Frage ist, was ist überhaupt ein Influencer? Ja, und wer ist es? Ist es ein Sportler? Ist es jemand, der nur viel Reichweite hat? Ist es jemand, eine Mama, die super viel Engagement hat?

Also da muss man sich ja fragen, was ist es? Adfame selbst als Unternehmen hat heute fast 60 Mitarbeiter und macht einen Umsatz und darüber kann man auch sprechen von 80 Millionen. Also nur zu meinem Verständnis, ihr habt eine ganze Reihe Menschen, wahrscheinlich so unter Vertrag, könnte man sagen, oder? Also Influencer, egal in welchem Bereich oder in welcher Größenordnung und ihr helft denen auch bei der Vermarktung. Ist es das ungefähr oder wie muss man sich das vorstellen? Ja, das muss man sich ein bisschen anders vorstellen. Eine Influencer-Eigentur, es gibt ja auch verschiedene Ansätze, wie man das Thema Influencer-Marketing und Influencer-Eigentur aufführen kann.

Von was du jetzt gerade sprichst, sind Influencer-Managements. Ah, okay. Das sind Manager, die haben Influencer unter Vertrag. Influencer-Eigenturen managen vielleicht 50 Influencer oder 100 Influencer, manche Menschen drei Superstars, die Influencer sind, manche Menschen nur einen, je nachdem, wer jetzt da bekannt ist. Wir als Agentur, wir haben einen anderen Ansatz. Wir werden von Kunden beauftragt, die uns sagen, hey, wir wollen eine Influencer-Kampagne machen. Ich nenne jetzt mal ein Beispiel. Wir haben letztes Jahr im Zuge der EM, haben wir für Hellmanns, die gehören zu Unilever, haben eine größere Influencer-Kampagne gemacht, um die Fußball-Europameisterschaft zu begleiten.

Und dann mussten wir die kreative Idee entwickeln. Also was ist überhaupt die Idee dieser Influencer-Kampagne? Was sollen die tun? Und was wollen wir überhaupt bewerben? Und basierend auf dieser Idee und wen wir erreichen wollen, haben wir dann über Tools, die wir haben, über Technologien, über sämtliche andere Möglichkeiten, auch Erfahrungswerte, haben wir dann die richtigen passenden Influencer für die Marke Hellmanns und für ihre Zielgruppe ausgesucht. Ah, okay. Und wir haben aber keine Influencer unter Vertrag. Also es gibt ja in Deutschland, und das muss man sich vorstellen, über 10.000 Influencer. Dann ist ja bald jeder Influencer. Ja, das ist total verrückt.

Ich selber, daher ist es auch so ein Thema, wo du heute auch eine Agentur brauchst, weil der Markt, der ist… So unübersichtlich, ne? Ja, für uns auf jeden Fall, unübersichtlich. Und daher auch die Frage, wer ist der erfolgreichste Influencer? Ja, boah, super schwierig, weil die Frage ist, für was, für welches Produkt, für wen, unter welcher Prämisse, das ist sehr, sehr komplex.

Also macht es eher so, dass ein Kunde zu euch kommt, der hat irgendein bestimmtes Ziel, der will irgendein bestimmtes Produkt beispielsweise featuren, überlegt ihr euch, wer passt gut zu diesem Produkt und wer hat dann eine entsprechende Reichweite oder was auch immer, damit man dann auch nachweisen kann, was man mit der Kampagne erzielt hat. Genau, also das ist so ein bisschen einfach ausgedrückt. Auch da wieder auf das Thema Performance Marketing zu sprechen zu kommen. Wir schauen uns an, okay, was sind die Ziele des Kunden und was möchte er erreichen? Also wo möchte er hin?

Und basierend auf diesen Zielen des Kunden überlegen wir uns eine Idee, ja, und welche Kampagne könnte dann passen und erst dann, wenn wir die Idee haben, überlegen wir uns, welcher Influencer wäre denn bereit, diese Idee mit umzusetzen? Dann sprechen wir mit den Influencern, ob diese Idee zu ihnen passt, ja, ob das etwas ist, weil was du nicht machen darfst, ist, dass du nicht authentisch bist und dass die Marke und die Idee und das Produkt nicht zum Influencer passen. Muss echt sein, unglaubwürdig. Was heißt, genau, er muss sich damit identifizieren können, ja, also und das ist, oder auch die Influencer.

Nur als Beispiel, daher, wenn du jetzt so ein GNC hast, ja, ein Fitnessgetränk, ja, und ein Eiweißriegel, dann brauchst du natürlich, macht es natürlich Sinn, dass du Fitnessinfluencer hast, ja, die auch täglich trainieren und sagen, ich nehme gerne Eiweißriegel zu mir. Ja, und dann kreierst du da eine Kampagne drumherum mit, das ist mal ein ganz vereinfachtes Beispiel, mit bestimmten Fitnessinfluencern. Total verstanden. Und das ist etwas, was du, was du dann machen kannst, ne, so. Wie hat sich denn dein Leben eigentlich weiterentwickelt, nachdem du wieder nach Deutschland gekommen bist?

Also klar, also die beruflich hast du jetzt schon mal die wichtigsten Dinge schon mal geschildert, kommen noch ein paar Sachen dazu. Das ist ganz klar. Aber irgendwann hast du dann auch die Frau fürs Leben gefunden oder wie lief das bei dir ab? Die Frau fürs Leben habe ich tatsächlich schon in Miami gefunden, als ich dort gelebt habe. Und das war so ein, zwei Jahre, bevor ich nach Deutschland zurück bin. Und dann habe ich ja diesen Schritt, oder bin ich diesen Schritt nach München gegangen und meine Frau ist Südamerikanerin. Und da war natürlich die große Überlegung. Wie habt ihr euch kennengelernt? Ja, wir haben uns bei einer Party von einem Freund kennengelernt in Miami.

Und super spannend. Und ich habe sie gesehen und ich habe sofort gewusst, die will ich heiraten. Also es war tatsächlich so. Es war ein Instant-Klick. Hast du mit ihr Salsa getanzt? Oh Gott, Peter. Wenn sie jetzt hier da sitzen würde, würde ich sagen, es war die schlimmste Erfahrung ihres Lebens. Aber ich habe mein erstes Date, bin ich als Deutscher mit ihr in eine Salsa-Bar gegangen. Und wenn sie darüber heute spricht, sagt sie eigentlich unfassbar, dass sie mit mir noch zusammen ist, weil es war einfach nur so schlecht. Ja, natürlich kann ich kein Salsa tanzen und sie ist eine fantastische Tänzerin. Das hast du übrigens gemeinsam mit Simon Verhöfen. Echt?

Der hat uns ja auch erzählt im Podcast davon. Der hatte in New York eine südamerikanische Freundin, mit der er lange zusammen war. Und er hat sich dann bemüht, so gut es ging, aber wusste natürlich, dass er das nie zur Vollendung bringen würde. Nein, ich konnte es auch tatsächlich nicht zur Vollendung bringen. Ich war zwei Jahre mit ihr zusammen und da war ich noch in den USA. Was macht deine Frau, wenn ich fragen darf? Das hat sie damals gemacht? Meine Frau hat in Amerika auch studiert.

Sie hat auf zwei verschiedenen Universitäten studiert, hat ihr Studium beendet und durch ihre Familie war sie im Prinzip, sie war Controllerin oder war CFO, sowas, was ich ja dann auch in meinem ersten Job war. Habt ihr euch gegenseitig kontrolliert? In dem Fall ja, aber ihr Bruder hat ein großes Fashion Label entwickelt, Miss Keen damals und sie war die Controllerin in diesem Fashion Label. Und sie hat dort gearbeitet und ich war ja damals noch zwischen Studium und meinen ersten Sales Jobs und hab sie dann immer wieder besucht. Und ich hab meine Frau zwei Jahre gekannt und hab noch zu der Zeit in Miami gelebt.

Sie war in Philadelphia, also wir haben eine klassische Fernbeziehung geführt, um das mal so auszudrücken. Und nach zwei Jahren kam meine, also damalige Freundin, jetzige Frau auf mich zu und sagt, warum besuchst du mich nicht mal übers Wochenende in Peru und lernst mal meine Eltern kennen? Und was mich in der Beziehung immer so ein bisschen... So wäre das mal, kommen wir mal zum Wochenende, fliegen wir nach Peru. Genau, flieg mal nach Peru und ich war noch nie in Südamerika in meinem Leben. Wo war das denn? In Lima oder wo war das? Nach Lima, genau.

Aber es war krass, ich war schon in Peru und ich wollte von Miami, das ist ein Sechsstundenflug, wollte ich nach Peru fliegen und hatte den Flug abends um, glaube ich, 23 Uhr und will mein Haus verlassen mit meinem Motorrad, was ich ja hatte, dann zum Flughafen nach Miami fahren. Und auf einmal klingelt das Telefon und ihre beste Freundin ruft mich an und sagte zu mir, bevor du nach Peru fliegst, solltest du Folgendes wissen und ich weiß, du weißt das noch nicht. Ich habe gedacht, okay, was kann ich jetzt wissen? Nur, dass du Bescheid weißt, der Vater deiner Freundin war mal Präsident von Peru. Ich so, what? Also ich wusste viel von meiner Frau, aber nicht, dass der Vater Präsident war.

Und mein Flug ging in drei Stunden. Ich war aber gefühlt noch zu Hause, habe aufgelegt, war total geschockt. Damals kein Handy, konntest du nicht anrufen, also es war tatsächlich noch eine ganz andere Welt. Ich hatte keinen Kontakt nach Peru und ich weiß nur, ich hatte einen Flug, sie holt mich dort ab und ich muss jetzt ins Auto steigen. Der kleine Junge aus Bretten fliegt nach Lima, Peru. Zum Ex-Präsidenten. Genau, zum Ex-Präsidenten. Ja, also kannst du dir vorstellen, ich war erstmal total schockiert. Ja, also ich wusste überhaupt nicht, was erwartet mich dort. Ich war noch nie in Südamerika, ich konnte es überhaupt nicht einschätzen. Gute Overtüre.

Man kommt zum ersten Mal dort an und dann geht es gleich mal zum Präsidenten. Und der stand da mit der Schleife direkt am Flughafen. Naja, es war noch besser. Ich bin in den Flieger gestiegen und das war das Krasse und sitze da in der letzten Reihe. Und war es noch eine nette Dame neben mir und ich war so fertig, ich wollte eigentlich nur mit jemandem reden. Ich wusste überhaupt nicht, was mich da erwartet. Du hast Redebedarf. Ich hatte Redebedarf. Ich wusste überhaupt nicht, was mich dort erwartet. Ja. Und dann bin ich zu der Dame, da habe ich die quasi angequatscht, die da neben mir sitzt und habe der dann gefüllt in fünf Stunden Flug nach Liba meine gesamte Lebensgeschichte erzählt. Ja.

Und habe nach Rat gefragt, was, da werde ich hier ermordet. Also ich meine, ich komme da hin, der Präsident, ich habe mit Trogendealer. Ich meine, du weißt, ich habe in Little Haiti gelebt in Miami, aber das war für mich nochmal Next Level da. Also ich wusste nicht, was passiert jetzt. Aber doch besser der Präsident als irgendwie der größte Kartellvorsitzende. Peter, ich habe ja vorhin schon gesagt, ich war so ein bisschen naiv. Ich wusste nie Südamerika. Das waren für mich Kolumbien. Also das war, ich meine, in Miami kriegst du da relativ viel mit.

Ich habe mich da, es hört sich in Deutschland jetzt erstmal anders an, aber wenn du dann jahrelang in Miami lebst, hast du natürlich einen ganz anderen Eindruck von Südamerika, auch den Menschen dort. Und du schaust natürlich auch viele Filme und alle Filme in Amerika handeln natürlich über südamerikanische Drogenkartells. Und die Präsidenten haben natürlich auch... Und von deinem inneren Auge war der Schwiegerpapa der zukünftige Pablo Escobar aus Peru. Das war für mich einfach, ich wusste nicht, was mich erwartet. Aber um es vielleicht abzukürzen, um es abzukürzen, das Schöne ist, mein Schwiegervater ist heute, ich habe ihn dann kennengelernt, ist ein ganz fantastischer Mensch.

Wirklich ein großer Mentor von mir. Jemand, der wirklich mich sofort mit offenen Armen empfangen hat. Es war total unspektakulär. Also die hatten weder ein Präsidentenauto, wo eine Fahne draus war. Natürlich hatten die, wie es in Südamerika so ist, hatten einen Chauffeur. Das war natürlich für mich auch neu. Die hatten viele Bedienstete und alles. Das fand ich natürlich alles, wow, was ist jetzt hier los? Kennt man ja gar nicht. Aber es war natürlich nicht, leider Gottes, war es dann unspektakulär. Und es war ein ganz bodenständiger Mensch. Also es war etwas, was ich so gar nicht erwartet hätte. Wie lebte der? Also ich meine, du kamst aus Little Haiti, Miami. Und wie war es in Lima?

Also ich nenne dir, wir waren dann später häufiger in Lima. Und ich nenne dir eine spaßige Geschichte. Ich bin mit dem Auto über die Autobahn gefahren, irgendwann mal. Und der hat ein ganz normales Haus gehabt. Auch nicht irgendwie hier 20 Sicherheitsbeamte, die das beschützt haben. Also nicht so ein Hassienter mit Sicherheitspersonal, Schäferhunden und solchen Sachen. Und ich bin im Auto dort gefahren, bin angehalten worden, weil ich angeblich bei Tag nicht das Tageslicht anhatte. Und da wollten die mir einen riesen Strafzettel geben und waren Polizisten und gefühlt, ich hatte das Gefühl, ich bin kurz vor einer Verhaftung.

Meine Frau saß neben mir und sagt, mi papa es el presidente, el señor Marquez. Und dann sind diese Polizisten mit mir tatsächlich zum Haus meines Schwiegervaters gefahren. Haben euch eskultiert. Haben mich dahin eskultiert, was ich überhaupt nicht verstanden habe. Der ist dann rausgekommen, sie hatte ihn schon angerufen. Ich habe noch gedacht, oh Gott, ich hatte es tageslich nicht an, ich gehe jetzt ins Gefängnis. Ja, also es war wirklich, die haben mich ja dafür angehalten. Mein Schwiegervater läuft raus, hat ein paar Dollar an der Hand, drückt die den Polizisten die Hand und sagt, vielen Dank, dass ihr meinen Schwiegersohn da einbringt. Und es ging weiter, ja.

Und da muss man halt sagen, da drüben ist natürlich eine ganz andere Welt. Also es ist, ich bin dann mehrfach irgendwann mal angehalten worden und habe dann für mich verstanden, okay. El presidente. Nein, nicht nur El presidente, aber die Polizei in Südamerika, die funktioniert natürlich ein bisschen anders, wie sie in Deutschland oder auch in Amerika. Man muss immer ein paar Scheinchen dabei haben. Man muss immer ein paar Scheinchen dabei haben, man muss die richtigen Leute kennen und so funktioniert natürlich Südamerika und El presidente. Wie war es denn für deine Frau hier nach Deutschland zu kommen? Kulturschock? Also es war wirklich schön.

Meine Frau hat sich super schnell adaptiert und fand München auch sofort toll. Ich glaube, es wäre in einer anderen Stadt nicht gegangen. Es war wichtig und deswegen war München auch der richtige Platz für mich. Also ich hätte jetzt leider nicht nach Karlsruhe zurückgehen können. Sie brauchte eine Stadt, die eine Weltoffenheit zeigt, die ein bisschen Multikulti ist. Dafür steht München. Und mein wunderschönes, kleines, behütetes Bretten bei Karlsruhe, glaube ich, wäre ihr dann doch ein bisschen zu eindimensional gewesen. Das hätte ich ihr, glaube ich, nicht zeigen können. Aber München war dann schon der richtige Platz. Und trotzdem hat sie sich dann schnell hier zurechtgefunden auch?

Oder wie hast du ihr geholfen, dass das funktioniert hat? Ja, also was sie ja gemacht hat, das muss man ganz ehrlich sagen. Ich meine, das war ja damals auch eine andere Arbeitswelt. Sie war ja CFO in der Firma ihres Bruders. Aber sie hat das dann geopfert, um nach Deutschland zu kommen, um mit mir zu sein. Und das ist natürlich etwas, wo ich bis heute eine hohe Anerkennung dafür habe, dass sie diesen Schritt gegangen ist und das aufgegeben hatte. Und ihr habt dann auch einige Kinder bekommen? Wir haben einige Kinder bekommen. Meine Frau hat ihren ältesten Sohn mit in die Ehe gebracht. Sie hatte schon ein Kind. Der war damals vier Jahre alt. Und den habe ich in Miami schon kennengelernt.

Und später ist es wie mein eigener Sohn geworden. Und den habe ich dann aufgenommen. Dann haben wir noch eine Tochter und zwei kleinere Söhne. Also im Prinzip vier Kinder. Ja, und haben dann quasi neben der ganzen Arbeit dieses Familien München gegründet. Wie alt sind deine Kinder heute? Gut, mein kleinster ist elf Jahre alt. Mein mittlerer ist 15. Meine Tochter ist 17. Und mein ältester Sohn war 23 Jahre alt. Du sagst war? Gut, das ist natürlich ein Thema. Als er acht Jahre alt war, haben wir festgestellt, dass er eine besondere Krankheit hat. Und zwar, er hatte ein Lipoplastom. Was ist das? Das ist ein Tumor, was auf der Lunge diagnostiziert wurde ursprünglich.

Wir haben damals noch in Amerika gelebt und haben ihn in New York operieren lassen. Dachten eigentlich, die Sache hat sich erledigt. Tumor auf der Lunge und das war's. Sind dann auch nach Deutschland gezogen. Meine Frau hat auch ihren Sohn mitgebracht. Er ist hier in München zur Schule gegangen, auch auf eine internationale Schule. Und wir haben dann bei einer Nachuntersuchung festgestellt, oh, der Tumor ist leider Gottes nicht so wie bei einem Lipoplastom geplant. Einmal operiert und weg. Es ist ein verkapselter Tumor, sondern eigentlich ein gutartiger verkapselter Tumor. Sondern es war dann tatsächlich eine ganz seltene Krankheit, so eine Art Lipoplastomatosis, nennt man das.

Und die hat sich dann immer wieder, immer wieder, es ist der Tumor zurückgekommen. Das heißt, man schneidet den Tumor weg und ein neuer kommt wieder. Man schneidet ihn weg und ein neuer kommt wieder. Und das ist etwas, wo er acht Jahre alt war. Er hat dann über 15 Jahre diese Krankheit gehabt, davon 13 in Deutschland. Ja, und das ist natürlich eine Geschichte, die hat uns extrem als Familie geprägt. Und das ist etwas, womit wir lange gekämpft haben, wo wir lange dagegen gekämpft haben. Aber wie es leider Gottes oft bei seltenen Krankheiten so ist. Wir haben halt festgestellt, dass die Krankheit so unerforscht ist, dass es sich auch nicht gelohnt hat, Fördermittel rein zu investieren.

Das heißt, man wusste auch nicht, wie man diese Krankheit final heilen kann. Ja, und er hat in seinem Leben, also er ist leider Gottes im Jahr 2019 gestorben. Er hatte bis zu der Zeit weit über 100 Tumore, die immer wieder gekommen sind. Die wurden dann sowohl operativ als auch über Radiotherapy, als auch über Chemo. Also, was er in den 15 Jahren erlebt hat, ist eine Leidensgeschichte, die, ja, dass er das genommen hat, war extrem bewundernswert. Ein Kämpfer seinesgleichen. Und ja, auf der einen Seite sind wir froh, dass wir ihn so lange hatten. Auf der anderen Seite ist es natürlich für jeden Menschen der absolute Supergau im Leben.

Das Schlimmste, was man sich vorstellen kann, dass man sein Kind verliert. Ja, und dass man ein Kind beerdigt. Und dass man dabei ist, wenn das Kind stirbt. Und ja, das ist etwas, was, egal was du in deinem Leben bisher gemacht hast, du kannst dich nicht darauf vorbereiten. Auch wenn du 15 Jahre weißt, dass dein Sohn schwer krank ist, aber du kannst dir vorstellen, hast mich ja jetzt auch ein bisschen besser kennengelernt. Ich war viel in der Welt unterwegs, war dann in Amerika, hatte dann selbst so eine Präsidentengeschichte, bin dann, bin durch die ganze Welt geflogen.

Also meine Frau und ich haben von 2000, ich muss mal kurz nachdenken, ich glaube es war von 2004 bis 2019 waren wir gefühlt, gab es keinen Stein auf der Welt, den wir nicht umgedreht haben, um für dieses Lipoplastomatosis eine Heilung zu finden. Woher hast du diese ganze Kraft und Energie genommen, wenn ich dich das mal fragen darf? Du hast als Unternehmer unglaublich was auf die Beine gestellt, bist wirklich ein erfolgreicher Kerl, man muss es einfach so sagen. Firmen gegründet, Firmen verkauft, irgendwie lief alles. Es ist eigentlich immer alles bei dir gut gelaufen, so klingt das eigentlich.

Und jetzt kommt diese ganz andere Geschichte hinzu, wo du eigentlich in einer gewissen Hinsicht wahrscheinlich irgendwann auch kapitulieren musst und einfach akzeptieren musst. Das ist der bessere Ausdruck, nicht kapitulieren, sondern akzeptieren, wo du nichts dagegen machen kannst. Wie vertrug sich das? Weil das ist ja eine unglaubliche Spannung, die dabei auch entsteht. Wie hast du das geschafft? Ich glaube, das kannst du nur im Team und in deiner Familie schaffen. Ich glaube, meine Frau und ich als Duo in der Hinsicht, ich glaube, alleine hätte ich das auch nie geschafft. Also muss man auch ganz ehrlich sagen.

Und wir hatten eine extrem starke Family, die im Hintergrund war und das alles auch dementsprechend supportet hat. Also mein Schwiegervater, der Ex-Präsident, war fast zehn Jahre in München und hat seinen Enkelsohn morgens ins Krankenhaus gefahren, war auch immer da. Also ich war nie alleine und ich glaube, das Thema alleine zu sein bei sowas ist natürlich schon, du schaffst es als Mensch alleine nicht. Ich habe eigentlich alleine gar nichts geschafft. Also wir haben das als Family geschafft. Aber ich glaube, was richtig ist, dass es die Perspektive im Leben verändert. Wir haben im Jahr 2007, 2008, haben meine Frau und ich erfahren, dass unser Kind diesen Tumor hat.

Das war noch, bevor ich an Bertelsmann das erste Mal verkauft habe. Sprich, also ich hatte schon einen Firmenverkauf, aber dann der zweite, beziehungsweise dann auch der dritte, da kamen ja noch ein paar mehr dazu, habe ich unter diesem Schatten des Tumors meines Sohnes eigentlich gemacht. Und natürlich habe ich mir oft die Frage gestellt, okay, hörst du auf. Aber wir haben ja dann, und ich glaube, das war das Wichtigste für uns auch, wir haben ja dann noch weitere Kinder bekommen. Und wenn du Kinder hast, und das verstehst du als Vater auch, hast du ja andere Ziele im Leben. Du machst es ja nicht mehr für dich. Du lebst ja weiter und du agierst ja auch für deine Kinder.

Und das ist auch etwas, was uns nach dem Tod unserer Sohnes dann auch weiter angetrieben hat, die anderen Kinder. Ja, weil für die muss es weitergehen. Für die muss es weitergehen. Du darfst ja nicht egoistisch sein und kannst nicht irgendwo Dinge tun, die du selber, also dieses Thema Egoismus war etwas, was ich nie im Kopf hatte. Weil im Prinzip ist es ja auch, für andere da zu sein, ist ja auch was Schönes. Ja, und das waren wir. Und es war auch eine schöne Zeit, das hört sich jetzt echt blöd an, aber auch mit meinem Sohn, wir hatten eine sehr intensive Zeit. Also ich habe viele Dinge gemacht. Ich glaube, ich habe dich auch bei vielen Fußballspielen gesehen.

Ich war mit ihm oft mit den Bayern unterwegs in der Champions League. Ja, ich habe damals mit ihm den Titel erlebt. Ich war mit ihm 2014 beim WM-Finale. Also ich meine, wir haben Sachen zusammen erlebt, er und ich. Ich war mit ihm in Miami beim Tennisturnier. Wir haben so viel auch unternommen, auch bewusst unternommen. Und ich glaube, wir haben einfach auch viel bewusster gelebt. Ja, weil wir, nicht weil wir wussten, dass die Zeit endlich ist. Ich habe nie damit gerechnet, dass er stirbt. Das war nie in meinem Kopf. Ja, es war nie in unserem Kopf. Es war nie eine Bedingung. Aber du lernst einfach, ehrlicher und bewusster zu leben. Man wird aufmerksamer irgendwie, oder?

Ja, du gehst damit um. Du suchst dir deine Freunde nach einem bestimmten Schema aus. Du bist weniger oberflächlich, auch wenn es vielleicht mal anders rüberkommt. Und ich meine, dieses Thema, das Leben wirklich zu erfahren und richtig besser zu leben, das ist etwas, was so eine schwere Krankheit eines Kindes. Und nochmal, das kann man, man kann das einfach nicht, man kann es nicht verstehen. Das ist ähnlich, wenn man es nicht verstehen kann, wenn man selber keine Kinder hat, weil es ist Vater zu sein. So kann man es auch nicht verstehen, wenn man nie ein Kind verloren hat, was ich niemandem jemals wünschen würde, wie es ist, so eine Krankheit durchzumachen oder auch ein Kind zu verlieren.

Und ich wünsche es auch wirklich niemandem, dass man es versteht. Man kann es auch nie überwinden. Ich lebe jeden Tag mit meinem Sohn im Kopf. Und er ist immer bei mir. Er ist auch immer bei mir, wenn ich mit meinen Kindern bin. Ich gehe heute mit meinen Söhnen, die sind riesen Fußballfans, meine beiden Jungs. Und sie lieben Fußball. Wir sind alle KSC-Fans, auch Bayern-Fans, aber auch Bayern-Champions-League-Fans und KSC-Fußball-Fans. Mein Sohn lebt in meinen Söhnen weiter. Und er ist immer mit uns im Stadion. Das ist etwas, was wir alle zusammen teilen. Wie schön ist das? Das ist einfach wunderschön. Und das ist das, wofür ich lebe.

Weißt du, das Thema Erfolg sein definiere ich nicht durch wirtschaftlichen Erfolg oder durch Erfolg, den du hast, indem du Firmen gründest, sondern durch diese Momente, die du mit deiner Familie, mit deinen Freunden, mit deinen Liebsten verbringen kannst. Und diese Intensität der Zeit. Und eins muss man sagen, das hat mir das Unternehmertum immer wieder gelehrt und ich liebe es einfach, ist, dass ich trotzdem meine Zeit selbst einteilen konnte. Wie ich das in Amerika gelernt habe, im Studium. Ich selber musste für mich sein. Ich musste Dinge selber koordinieren. Und das konnte ich dann später durch meinen Job und durch das Unternehmertum auch tun.

Ja, natürlich habe ich viel gearbeitet, aber ich konnte auch mit meinem Sohn zu Fußballstadien gehen. Ich konnte, ich war morgens von, das hört sich jetzt echt verrückt an, von sechs bis zehn war ich im Krankenhaus. Ja, in Großhadern. Und wenn mein Sohn operiert wurde, wenn er in der Chemo war, war ich vier Stunden morgens bei ihm. Bin dann um halb elf ins Büro gegangen. Es hat keiner gewusst, dass ich da vorher im Krankenhaus war. Aber ich hatte eine extrem intensive Zeit mit ihm. Ich habe vielleicht keine Filme angeguckt und vielleicht kein, irgendwas anderes gemacht. Ich habe dann meine Zeit anders verbracht.

Verstehst du also das, ich sehe das gar nicht so als, wie hast du das alles geschafft, sondern ich habe vielleicht Dinge nicht gebraucht. Das ist angenommen. Ich habe Dinge nicht gebraucht, die vielleicht andere so in ihrer Freizeit brauchen. Weißt du, das ist so, wenn du... Es gibt Wichtigeres einfach. Ich habe andere Prioritäten gesetzt, das hätte ich heute noch. Also, wenn du mich jetzt zum Beispiel... Ich habe, witzigerweise, während Corona meine erste Serie in meinem Leben angeguckt. Ich habe noch nie eine Serie, während Corona... Auch in Amerika nicht. Nee, ich habe nie eine Serie geschaut. Ich habe nie Fernsehen geguckt. Also wirklich klassisch Fernsehen.

Ich habe meine erste Serie, dass es wirklich Serien gibt, habe ich erst... Bei Corona sitzt ich auf einmal, da konnte ich gar nichts mehr machen. Da hat halt jeder Fernseher geguckt. Und ich habe dann auch angefangen, Fernsehen zu gucken. Und ich habe meine erste Serie geguckt. Ich habe dann mit einem Freund... Welche war das? Oh, das weiß ich jetzt gar nicht mehr. Aber ich habe... Es war auch ein Freund. Es war ein Freund zum Beispiel, der ist ähnlich wie du auch ein bekannter, totaler Fernsehfreak. Und ein super bekannter, kreativer. Und er hat mir damals einen Vorschlag gemacht, zu welchen Serien, welche ich mir alle anschauen könnte.

Er hat mir eine Liste geschrieben und sagte mir dann, 22, oh, du bist echt zu beneiden. Du kannst... Er sagt, er sagt, du kannst so viele coole Serien neu... Würde ich auch sagen. Ich sage das immer zu jedem, der Game of Thrones noch nicht gesehen hat. Ich bin voll neidisch auf dich. Genau. Du kannst es jetzt erleben. Das habe ich mir damals tatsächlich während Corona angeschaut, Game of Thrones. Also, die fand ich auch super und ich habe die, glaube ich, auch... Ich habe die viel zu schnell. Auch 24 zum Beispiel war eine Serie, die hat mir sehr gut gefallen. Die habe ich einfach nur als Beispiel jetzt. Aber das sind so Themen, die...

Und das ist das, wenn du solche Erfahrungen machst im Leben, die negativ sind, dann gibt es auch immer Positives. Ja? Und natürlich möchte ich jetzt nichts Positives in diesem Super-GAU finden. Aber klar, ich meine, auch als Familie. Ich bin mit meinen Kindern total eng. Ich habe... Ich lebe das viel intensiver. Bin ich anders als Vater? Nein, natürlich nicht. Aber ich glaube schon, dass die Wertschätzung meinerseits dafür extrem groß ist. Das glaube ich auch. Um deinen Werdegang noch ein bisschen abzuschließen, wenigstens. Wir hatten ja schon von Adfame gehört, von deiner Influencer-Agentur. Und ein weiterer Coup war gemeinsam, musst du mir ein bisschen erzählen, mit der Serviceplan.

Wenn du das mal kurz zusammenfassend kannst. Der Serviceplan, für all jene, die diese Agentur nicht kennen sollten, die jetzt nicht aus diesem Bereich kommen, ist die größte Agentur in Deutschland, also Inhaber-geführte Agentur in Deutschland. Genau, größte Europas sogar, die auch mehrere verschiedene Unterunternehmen sozusagen hatte und wird von einem Mann geführt, der heißt Florian Haller. Das ist ein Familienunternehmen. Und was genau machst du zusammen mit der Serviceplan?

Also wir haben, im Prinzip haben wir ja, was ich auch vorhin sagte, ich habe den Florian vor sieben Jahren kennengelernt, weil mir war dann relativ klar, nachdem wir das Thema Influencer, Social Media, auch noch weitere Firmen hatten, die ich dann aus Bertelsmann wieder rausgekauft hatte, war mir klar, okay, was wir nicht abbilden zu der Zeit, ist alles, also wir haben alles Digitale gemacht, aber das Klassische, wie zum Beispiel TV-Werbung, Radio, Zeitungswerbung, Beilagen, Prospekte, also alles, was nicht vielleicht digital ist, das konnten wir nicht. Reklame. Das war etwas, wo ich sagte, okay, Reklame, genau, was du Reklame nennst.

Und da war für mich die große Herausforderung, okay, das kann ich auch alleine nicht aufbauen, ich brauche einen Partner. Warum wolltest du das überhaupt aufbauen? Weil ich strategisch tatsächlich, weil mir klar war, dass ich strategisch weiterdenken muss, dass die Mediennutzung, und das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema, wir konsumieren heute Werbung anders wie vor 20 Jahren, wie vor 50 Jahren, wie vor 5 Jahren, selbst wie vor einem Jahr. Und das ist etwas, was sich stetig ändert. Warum? Weil wir ganz andere Kanäle nutzen. Du hast wahrscheinlich früher Facebook genutzt, als Beispiel in sozialen Medien, heute nutzt du vielleicht sogar TikTok, nicht mal mehr Instagram.

Ich bin auch noch auf Facebook. Du bist vielleicht auch noch auf Facebook. Um mich mit den ganzen AfD-Wählern anzulegen, aber egal. Ich glaube, deine Tochter ist es nicht mehr. Nein. Und deine Tochter ist wahrscheinlich auch nicht mal mehr auf Instagram, sondern die ist auf TikTok und auf ganz anderen Medien. Und so verändert sich das. Wir schauen weniger lineares TV, also ZDL von ARD oder RTL, sondern wir schauen Streaming-Kanäle wie Amazon Prime oder Netflix, Apple TV. Wir sind weniger auf Webseiten, sondern vielleicht auf Apps. Und das ist das Thema App-Marketing. Also die Welt verändert sich total.

Und so war mir klar, okay, wir müssen in der Lage sein, alle Kanäle zu verstehen, abzubilden, aber auch, weil wir nicht wissen, welcher Kunde im Marketing über welchen Kanal wann erreichbar ist. Wir können viel messen, wir können viel tracken. Das ist ja das, was Marketing auch so spannend macht, dass man Dinge analysieren und messen und tracken kann. Aber wir wissen einfach, okay, über einen Kanal hinweg können wir nicht mehr denken, sondern wir müssen wirklich die ganze Welt aller Kanäle des Marketings, ob es ein RTL ist, ob es ein Social-Media-Kanal ist, ob es eine E-Mail ist, ob es wie auch immer ist, die müssen wir verstehen.

Und so kam die Idee, wir müssen eine Media-Agentur als Partner nehmen. Und da haben wir so eine Art Partnerscouting gemacht, haben uns viele Agenturen angeguckt. Und viele, es waren vier, also beide Beine auf dem Boden, also vier. Und der vierte war der Florian Haller oder vielleicht auch der dritte und mit ihm war ich Mittagessen. Und wir haben uns einfach gut verstanden. Ich fand es einfach ein super angenehmes Gespräch. Er ist ähnlich wie ich Unternehmer, Inhaber, zwar zweiter Generation, ich erster, aber die Familie hat extrem viel geleistet, hat Tolles aufgebaut, hat Riesenunternehmen aufgebaut.

Und wir haben einfach dann gesagt, okay, das Thema klassische Medien mache ich in einem Joint Venture mit der Serviceplan-Gruppe. Und das hieß dann Najoki Media Plus. Also das hat meinen Namen getragen und zur Hälfte dann auch den Namen der Serviceplan-Gruppe, also der größten Einer der Serviceplan-Gruppe der Media Plus. Aber warum hat er das gemacht? Also was hat er sich denn davon erhofft, dass jetzt ein weiteres Unit entsteht von etwas, was es ja eh schon gab bei der Serviceplan? Ich glaube, das Schöne ist, und das war auch meine Entscheidung, nachdem ich ja mehrere Exits hatte und diese Battlesman-Geschichte kannte, war für mich ein Verkauf keine Option.

Ich wollte auch aufgrund dieser Geschichte, auch durch meinen Sohn und alles, was ich wollte, meine Freiheit behalten. Ich wollte, ich habe einen Partner gesucht und die Serviceplan hat ein Partnermodell. Also die hat ja über 180 Firmen und das sind alles Partnerschaften oder viele davon sind Partnerschaften, so wie mit mir. Und sie haben in verschiedensten Ländern verschiedenste Firmen, wo dann auch Partnergesellschaften sind. Und das fand ich erst mal sehr spannend, dass die sowas haben.

Für den Florian war der Anreiz, und das muss man ganz klar sagen, dass wir natürlich als Agenturgruppe, und jetzt werde ich nicht sagen, viel digitaler wie die Serviceplan sind, aber wir haben eine definitiv digitalere Ausrichtung. Unser Grundziel ist zu sagen, wir denken über eine Performance-Marketing oder über eine Social Media oder über eine Influencer-Kampagne nach und denken dann erst im nächsten Schritt über Media wie TV, Radio, Out of Home, egal was es da gibt. Die Serviceplan denkt andersrum. Die denkt erst mal von der Mediaseite. Das würde heute vielleicht auch anders sehen, aber vor sieben Jahren war das so.

Und das hat sich ergänzt, weil wir viel stärker digital waren wie die Serviceplan, auch vom Gedankengut. Und das war für ihn spannend, und für mich war das klassische spannend, weil wir das nicht konnten. Und so war das auch eine perfekte Ergänzung. Schön, und sehr erfolgreich offensichtlich. Also würde ich jetzt einfach mal so salopp sagen, es ist sicherlich in beiden Firmen eine der größten Einheiten oder in beiden Firmengruppen und ist super, super erfolgreich geworden, weil man auch sieht, dass das, was wir damals vorhatten, dass es ja auch funktioniert und dass es im Prinzip dann auch Früchte trägt und dass die Strategie die richtige war. Und das muss man auch ehrlich sagen.

Und daher macht es bis heute Spaß. Und in einer Partnerschaft, da rumpelt es auch mal ein bisschen, muss man auch ganz ehrlich sagen, wie das so ist. Aber wir haben beide Freiheiten. Wir sind beide selbstständige Unternehmer. Und das ist auch schön so, und das schätze ich auch, und dafür bin ich dem Florian auch sehr dankbar, dass wir das vertraglich so gestaltet haben oder gestalten konnten, dass ich machen kann, was ich möchte, und er machen kann, was er möchte. Und wir zusammen ein Unternehmen haben, welches aktiv und eigenständig agieren kann. Das ist eine tolle Partnerschaft, ja. Was für Kunden habt ihr?

Wow, okay, also über die Namen der Kunden ist natürlich immer schwierig zu reden, aber wir arbeiten für ein großes Reiseunternehmen, für das zweitgrößte. Damit kann man vielleicht ja auch schon… Kann man recherchieren? Kann man recherchieren, genau. Wir arbeiten auch für ein großes Fashion-Unternehmen, einen der zweitgrößten Versandhändler im Fashion-Bereich. Wir arbeiten, und das kann man auch sagen, wir arbeiten auch für den größten Versandhändler im Fashion-Bereich, der aus Hamburg kommt. Das ist mit jemandem vorwärts und rückwärts ähnlich. So ist es, genau. Also der fängt mit O an, hört mit O auf, und dann stehen zwei T's in der Mitte.

Und Inside Story, einer davon ging mit mir in die Schule der Söhne. Ach, komm, hör auf. Ja, in Garmisch saßen eben mit mir in der sechsten Klasse in Mathe. Der war sehr gut, ich war sehr schlecht. Ach, komm, hör auf. Genau, der ist ja mittlerweile auch wieder in Hamburg. Ach, okay. Das ist ein sehr spannendes Unternehmen und sehr tolle Firma. Und was wir halt für diese Kunden machen, also wir managen die wirklich ganzheitlich. Also wir sind mehr oder weniger die Verwalter ihrer Budgets, ihrer großen Marketing-Budgets.

und sprechen ihnen Empfehlungen aus, wie sie diese Budgets am besten einsetzen, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, um ihre Umsatzziele zu erreichen, und verteilen diese Budgets natürlich in klassischen Medien, wie zum Beispiel TV, Out of Home. Also wenn du zum Beispiel eine größere Out of Home-Kampagne siehst, an Bushaltestellen, Werbekampagnen oder dann vielleicht mal Plakatwerbung von so einem Otto oder auch von so einem Wahlbusch oder auch von einem großen Reiseanbieter oder auf einem Bus. Oder wenn du in Düsseldorf am Flughafen ankommst und dann öffnen sich die Türen und da steht dieser Reiseanbieter, dann weißt du, dass es eine klassische Kampagne ist.

Genau, die haben wir dann gebucht. Okay, also das ist praktisch das Modell. Ihr kriegt ein Budget, dann überlegt ihr euch natürlich auch Kampagnen und was kann man denn machen, also kreative Ansätze, es werden Ziele definiert und dann werden praktisch die Medien verteilt. Und mittlerweile bei dir nicht nur die digitalen, weil das kannst du aus dem FF und wie kein Zweiter, sondern auch die klassischen Medien, wie man sie heutzutage nennt, wie Fernsehen, Radio, Zeitungen, Zeitschriften und alles, was man draußen an der frischen Luft sieht. Out of form heißt das ja im Fachdeutsch sozusagen. Es wird gut verteilt und dann dargelegt dem Kunden wieder.

Genau, also ich hätte es besser nicht sagen können und ich glaube, was aber spannend ist und was das Thema Performance Marketing mit sich bringt, dass wir im Nachgang evaluieren und messen und da sind wir wieder, schlagen wir den Bogen wieder zum Anfang. Was hat funktioniert, was hat gut funktioniert und was empfehlen wir dem Kunden, dass das weitermachen soll. Und dann schauen wir uns wirklich an, okay, wie viel Umsatz hat er mit welchen Medien, über welche Kanäle, welcher Kanal hat er, also welches Medium, hatte welche Auswirkungen.

Also es kann ja auch mal sein, dass du etwas machst, wo du im ersten Schritt direkt darüber keine Umsätze generierst, wie zum Beispiel einen schönen Film, den du entwickelst und kreiert hast. Die machen immer Umsätze. Da würde man im ersten Schritt jetzt nicht sagen, du kannst ja auf diesen Film nicht draufklicken, du kannst ja über diesen Film direkt nichts kaufen, aber dank deines Filmes gehst du dann vielleicht in dieses Geschäft, in diesen Laden und kaufst deshalb von Otto ein Produkt. Ja, nur als Beispiel. Und dann ist der Film ja eigentlich nicht der erste Weg zum Abschluss, sondern der zweite Weg zum Abschluss. Und das evaluieren wir.

Da messen wir, welche Wirkung hatte der Film, damit der Abschluss generiert wurde, welche Wirkung hatte der andere Kanal, der andere Kanal oder das andere Medium, wie wichtig war der Content oder der Content. Und schaut, was gut funktioniert. Und wir schauen, was hat funktioniert. Und das drehen wir hoch. Und das, was wir analysieren, auch über Zahlen und Daten und Fakten, was nicht funktioniert hat, das schalten wir dann ab.

Weil du ja so wenig in deinem Leben zu tun hast, wie du es jetzt gerade schon geschildert hast, hast du nebenher, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, auch das Thema Sportmarketing trotzdem auch noch ein bisschen getrieben, speziell im Tennis, wenn du das noch ganz kurz erzählen magst. Das kann ich gerne erzählen. Es war im Jahr vorher, das war zu meiner Zeit, als ich, und das war eine ganz, ganz tolle Zeit, als ich noch bei Bertelsmann war. Und ich hatte ja auch eingangs mal kurz erläutert, dass ich, dass mein Traum immer war, Sportmanagement zu machen und Jerry Maguire zu werden. Und ich habe es nie geschafft.

Jerry Maguire, der Film mit Tom Cruise, genau, mit Tom Cruise, der einen Footballstar dort vermarktet, der immer auf Deutschland zeigt mir den Schotter, in den Englisch show me the money. So, und irgendwann gab es in Deutschland mal diese legendäre Streichholz-Affäre bei einem Davis-Cup-Spiel, als Tommy Haas als Deutschland, Frankreich, als Spanien geschlagen hat, sehr überraschend, 3-2 in Frankfurt, stand nach 3-0, nach Doppeln und keiner der Profis wollte sonntags mehr spielen. Und Philipp Kohlschreiber hat dummerweise das kürzere Streichholz gezogen und musste spielen und hatte aber keinen Bock und ist auch nicht angetreten.

Und auf einmal hat sich das halbe Land, weil er bei diesem bedeutungslosen Spiel auch nicht auf dem Platz ist, gegen ihn gestellt. Und sein Manager wusste nicht mehr weiter, kannte aber einen Typen, der bei Bertelsmann war, der Marketing gemacht hat und das war ich und rief mich dann an und sagt, du, wir haben ein Riesenproblem. Ich habe zwei ganz große PR-Akus mir erlaubt, die richtig daneben gingen. Einmal Frankfurt Davis Cup, habe ich Philipp nicht auf den Platz geschickt und habe ihn nicht spielen lassen. Und dann habe ich dummerweise Olympia mit einem Video abgesagt, was nach einem Finalspiel in Kitzbühel von mir irgendwo auf dem Parkplatz aufgenommen wurde.

Und das fand Deutschland auch nicht so ganz cool, diese Olympia-Absage. Ich muss das Image von Philipp verbessern. Kannst du mir dabei helfen? Und dann war ich mit Philipp Kohlschreiber mal Abendessen und habe gesagt, okay, lass mich den Typen mal kennenlernen. Also Philipp Kohlschreiber, für diejenigen, die den nicht kennen. Die gibt es ja. Die gibt es. Er ist ein Profi-Tennisspieler, der in seiner besten Zeit Top 10 war, glaube ich auch. Top 16. Top 16 zumindest und der auch mal ein, zwei Finales auch erreicht hat. Philipp hat acht. Aber von den Großen meine ich. Nee, er war nie im Grand Slam-Finale.

Er hat aber acht große Turniertitel und er hat auf jedem Belag, auch im Gegensatz zum Boris Becker, er hat sowohl auf Gras als auch auf Sand als auch auf Hardcourt hat er Turniere gewonnen. Und den habe ich dann 2012, 2011 kennengelernt und mehr oder weniger haben wir uns extrem gut befreundet. Der Philipp ist heute der Patenonkel meines Sohnes. Sein damaliger Manager und Trainer ist der CEO meiner Influencer-Agentur. Mit ihm zusammen, mit dem Stefan Feske, hatte ich auch diese Idee, Adfame zu gründen. Also, da siehst du, da schließt sich wieder der Zirkel.

Und ich glaube auch, wie du auch feststellst, in meinem Leben sind Menschen, haben Menschen eine große Bedeutung und die beiden haben eine große Bedeutung. Und dank Philipp durfte ich dieses Leben eines Sportmanagers, auch wenn ich nie dafür Geld bekommen habe, das war immer ein Hobby, aber ich habe was viel Größeres bekommen. Ich durfte mit ihm zu großen Turnieren wie Mimbledon war ich dabei, saß in seiner Box, als er gegen Djokovic gespielt hat, sondern zwei oder drei Mal.

Ich war mit ihm in Paris, auch mit meiner Tochter damals, als er gegen Kyrgios gespielt hat, saß ich ganz vorne und durfte auch mein Töchterchen, die aufgrund dessen Tennisspielerin wurde und heute sehr aktiv ist und auch Tennis spielt, durfte ich da mitnehmen. Wir waren mit meinem damaligen Sohn, der dann, wie ich es auch vorhin sagte, leider verstorben ist, zusammen mit Philipp in Miami und haben das Turnier dort begleiten dürfen. Also wir haben eine ganz, ganz tolle Zeit gehabt.

Ich durfte mit ihm und durch ihn und dank ihm dann auch die Welt noch besser und noch mehr kennenlernen und ich bin immer noch mit ein paar Tennisspielern befreundet, die auf der Tour sind, darf immer noch ab und zu als Mann mitreißen. Das ist so eine Leidenschaft von mir, das ist etwas, was Spaß macht, was mich jung hält. Und das ist etwas, was wirklich deine Jugend mit heute ja noch verbindet. Das ist wie so ein Begleiter und immer mit Funktion eigentlich. Also eigentlich lebst du ja eigentlich deinen Traum, den du hattest trotzdem. Du hast es nur ganz anders erfahren, als wie es ursprünglich mal geplant war.

In dem Fall kannst du sagen, das habe ich tatsächlich einmal gut gemacht und ohne, dass ich Geld verdienen muss. Ja, das ist vollkommen richtig mit diesem Sport. Aber weißt du, ich glaube, Sport ist so ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Ob das jetzt, ich musste ja im College Matches gewinnen, um dann im nächsten Jahr weiter studieren zu können. Ich habe durchs Tennis spielen, mit 16 war ich in der Jugend für mich sehr erfolgreich, mit 17, 18 dann nicht mehr. Und du lernst zu gewinnen, zu verlieren. Du lernst, du verlierst ja oft im Tennis. Also du darfst ja nicht vergessen, wie viele Matches habe ich verloren? Keine Ahnung. 500? Vielleicht habe ich auch 500 gewonnen.

Ich kann es gar nicht einschätzen. Wenn du mal guckst und Philipp Kohlschreiber hat 490 Matches in seinem Leben auf der Tour gewonnen, hat er aber wahrscheinlich eh nicht viele verloren. Und du lernst, mit Ziegen und Niederlagen umzugehen. Und ich glaube, das ist etwas, was mich mein ganzes Leben fasziniert hat und auch geprägt hat. Und bis heute. Und das ist auch etwas, was unser Leben, auch in Agenturen, und du lernst es ja auch immer wieder in deinem Bereich kennen. Das ist auch etwas, was dich sicherlich prägt. Und der Sport macht es einfacher für mich, damit umzugehen. Und auch mit Niederlagen vor allen Dingen.

Das ist etwas, wo ich einfach sage, auch wenn ich denn nie im Profitum gelebt habe, so durfte ich ihn aber trotzdem erleben. Auch im Profitum. Und ich glaube, das hilft mir auch und es wird mir auch weiterhelfen in meinem Leben. Lass mich wissen, was sind die nächsten Pläne? Also du bist ja ein sehr rühriger Typ. Das ist, glaube ich, noch ein Euphemismus für dein, was in dir alles vorgeht. Bis jetzt habe ich nicht verstanden, wie du das immer vom Zeitmanagement geschafft hast. Dein ganzes Leben, die ganzen vielen Dinge, die du tust und dabei noch gut drauf bist und lächelst. Aber das bleibt jetzt auch dein Geheimnis. Was mich interessieren würde, ist, was sind deine nächsten Pläne?

Wo greifst du noch an? Also erst mal ist das Wichtigste, dass ich und meine Family und meine Lieben, dass die erst mal gesund bleiben. Also das ist, ich glaube, wir müssen ja auch in der heutigen Zeit auch sehen, okay, wir befinden uns in einer Welt, die sich ja nicht nur im Marketing verändert. Und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiges Thema. Ist das noch dein Amerika? Als ich 2004 gegangen bin, Peter, und das ist auch wichtig, das sollten wir nicht vergessen, da habe ich ja schon zehn Jahre fast dort gelebt und ich bin dann 2004, ich bin doch nicht ganz rüber, sondern fast.

Und die Amerikaner damals in so einem Täuschungskrieg Irak und Afghanistan angegriffen haben, das war für mich ein klarer Täuschungskrieg, habe ich mich zu der Zeit gefragt, ob das noch mein Amerika ist, weil ich bin und war damals und bin es heute immer noch überzeugter Pazifist und ich fand es überhaupt nicht gut und ich habe damals gedacht, könnte ich Amerika noch mehr nicht mögen wie zu der Zeit. Da hat sich ein paar Jahre später wieder extrem viel verändert in dem Land und ich war bis vor einem Jahr Riesenfan. Natürlich ist es mein Amerika, es wird immer mein Amerika bleiben, auch wie es ist und ich glaube, auch Amerika wird sich wieder ändern, aber es ist eine ganz andere Diskussion.

Die Amerikaner sind von der Mentalität Menschen, die meiner Meinung nach ganz einfach denken und ticken und ich glaube, auch wenn wir heute mit der jetzigen amerikanischen Regierung und ich glaube, da spreche ich auch für jeden, nicht auf einer Linie sind und das auch alle nicht gut heißen oder alle Europäer nicht gut heißen, was da passiert und wie mit Menschen umgegangen wird und vor allen Dingen, das ist ja unser Kernproblem, vielleicht nicht nur die Ideologie und die Philosophie, sondern wie man mit Menschen umgeht. Die fehlende Empathie. Das ist einfach das Hauptthema.

Da geht es auch nicht um den politischen Wandel dort, sondern einfach wie man sich verhält und das Verhalten ist nichts, was selbst meine Freunde in Amerika gut finden und ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt und ich glaube, die Amerikaner sind Menschen, die sollte man nicht unterschätzen und das machen wir Europäer sehr, sehr schnell, wir kategorisieren und wir setzen die, glaube ich, auch in die falsche, wir unterschätzen die Amis. Lass uns mal abwarten, was sich da jetzt in den nächsten 12 bis 24 Monaten tut. Man sollte ja auch nicht alle Amerikaner mit Donald Trump gleichsetzen.

Ob sie zulassen, dass er diesen Weg, den er jetzt geht, dass er den in den nächsten vier Jahren weitergeht, das würde ich so auch noch nicht unterschreiben. Weil Amerika ist ein Land von Machern, von Menschen, die von Rags to Riches, die sich Dinge selbst aufbauen, die sehr positiv sind, die auch bestimmte Werte haben. Und die sollte man auch nicht unterschätzen. Daher bin ich mal gespannt und ich habe sehr viel Hoffnung für das Land. Auch wenn wir vielleicht jetzt diese Hoffnung noch gar nicht sehen, aber ich habe sie auch. Und auch diese Hoffnung habe ich weiter, auch für uns alle, auch für mich, auch für mein Unternehmen.

Und ich glaube, wenn du keine Ziele hast, dann hast du auch keinen Grund zu leben. Und für mich ist das Ziel, sicherlich beruflich, auch meine Agentur so weiterzuentwickeln, wie ich es nach dem Tod meines Sohnes tun konnte. Weil ich glaube, das ist die Zeit, wo ich dann auch für mich entschieden habe, okay, ich muss mir auch für meine Familie Ziele setzen. Und deshalb sind wir seit 2019 um das Zehnfache gewachsen.

Als Agenturgruppe haben extrem viel aufgebaut und ich möchte einfach weitere tolle Menschen, wir haben heute zehn Geschäftsführer, mehrere Firmen, ich möchte weitere Firmen in diese Gruppe aufnehmen, ich möchte weitere tolle Menschen erleben, die kreativ sind, die tolle Ideen haben, die mit mir an meiner Philosophie, an meiner Überlegung, an unseren Werten arbeiten und die auch diese Strategie, die Dinge, die gebraucht werden für Kunden, dass die auch diese weiterentwickeln. Weil das Thema Weiterentwicklung ist etwas, was wir immer am Auge halten sollten. Ist es KI? Ich weiß es nicht, ob KI, natürlich wird KI eine prägende Rolle für uns spielen.

Ähnlich wie das Internet, ähnlich wie der Computer, aber in welcher Rolle das sein wird, kann ich dir heute noch nicht sagen. Aber wichtig ist, dass wir uns weiterentwickeln und dass ich Menschen weiter mit aufnehme in dieser Firmengruppe, die Ideen haben, die positiv sind, die etwas mitbringen und diesen Gedankengang mitbringen und das möchte ich weiter pflegen. Und neben dem Thema, dass ich gesund bleiben möchte und ich möchte, dass die Menschen, die ich lieb habe, gesund bleiben. Das ist mir auch wichtig. Lieber André, so viel über dich erfahren. Ich finde, das ist das Tollbrist, der Zauber dieses Podcasts, dass ich auch von Menschen, die ich lange kenne, viel, viel Neues erfahre.

Danke für deine vielen offenen Worte, für deine Transparenz, für deine Ehrlichkeit, für deine Glaubwürdigkeit. Du bringst das auf jeden Fall mit, was du selbst von deinen Influencern forderst. Es war ein Vergnügen. Schön, dass du da warst. Danke, dass ich da sein durfte, Peter.

1:00:25
Présentateur

Das war Lebenslauf unzensiert. Host Peter Schels. Leitung, Produktion und Redaktion Anna-Maria Brandt. Aufzeichnung, Video und Audio Anna Pesch. Grafik und Animation Laura Heck, Sarah Foggenreiter und Verena Obermeier. Postproduktion Fabian Prager.

1:00:47
Invité

Eine Produktion von Aldente Entertainment.

Schicksalsschlag auf der Erfolgsspur – André Soulier in "Lebenslauf Unzensiert" – TEIL 2 · Pourquijevote